Mal wieder zeigt sich, dass sich Konflikte nicht totschweigen lassen. Der Kampf um die Unabhängigkeit Tibets beginnt erneut, oder, je nach Sichtweise, dauert an. Dieses Thema erachte ich als so wichtig, dass es sogar mein erster Blogeintrag wird!
Da ich, nicht ungeachtet meiner Interessen in und um Japan, auch an anderen asiatischen Ländern durchaus interessiert bin, verfolge ich auch solche Nachrichten. Mit größerer Unruhe immernoch die Entwicklung und Zustände Chinas. Wiedereinmal zeigt sich, wie gut man es doch in einer Demokratie hat, sei sie noch so träge und manchmal auch nervig.
Die erneut auftretenden Unruhen in Tibet wurden, wer hätte es gedacht, gewaltsam von der Regierung in Peking beantwortet. Eigentlich dürfte China an Tibet wirtschaftlich betrachtet nicht viel liegen; wie so oft aber geht es nicht primär darum. Würde Tibet die vollständige Autonomität (wieder?)erlangen, könnte das den Zusammenhalt der Volksrepublik schwerwiegende Folgen haben: Das Gebiet, die Grenzen umfassen viele verschiedene Völker, Kulturen und sogar Sprachen. Es ist also elementar für die Regierung, das Land zu stabilisieren. Dass die Abspaltung Tibets dazu nicht unbedingt dienen würde, könnte man sich denken. Wer weiß, wer sich dann noch alles von China abspalten möchte.
Was mich am meisten an der Politik gegenüber China stört: Selbst Deutschland, ein Land, in dem die Demokratie über alles gehalten wird und sogar Demokratie-feindlichen Parteien Land bietet, tritt den immernoch reihenweise auftretenden Menschenrechtsverletzungen eher mäßig gegenüber. Hier und da mal eine Drohung, die aber mehr Schein als Sein ist. Der Grund: China ist im Kommen. Wirtschaftlich. Und als „Exportweltmeister“ darf man es sich natürlich keinesfalls mit einem derart riesigen, potenziellen Markt verscherzen.
Erfreulich für mich: Es scheint sich zu ändern:
Bundesregierung verschärft Ton gegenüber China -ARD
Ich hoffe sehr, dass es wieder nicht nur bei leeren Drohungen bleibt, sondern wirklich Maßnahmen stattfinden.
So far